Bezirksliga Cottbus 1954/1955

Die Saison 1954/55 der Bezirksliga Cottbus im DDR-Bezirk Cottbus gehörte zum regionalen Spielbetrieb im DDR-Fußball.

An der Spielzeit nahmen 12 Mannschaften teil. Den ersten Platz der Abschlusstabelle belegte Lok Cottbus ( 3 ) mit 31:13 Punkten bei 54:20 Toren aus 22 Spielen.

Auf dieser Seite sind die Abschlusstabellen der Bezirksliga Cottbus zur Saison 1954/55 mit beteiligten Mannschaften und statistischen Angaben dokumentiert. Historische Daten und ergänzende Informationen werden fortlaufend überprüft und erweitert.

1955

Bezirksliga Cottbus 1954/1955


AbschlußtabelleHeim/Auswärts/Hin-/RückrundeKreuztabelleNews
Bezirksliga CottbusSpSUNToreDiffPkt.
1Lok Cottbus ( 3 )22135454:20+3431:13
2Aktivist Senftenberg ( 4 )22124648:24+2428:16
3Chemie Schwarzheide ( 2 )22107544:26+1827:17
4Aktivist Welzow ( 5 )22122853:49+426:18
5Motor Finsterwalde-Süd ( 11 )22113850:43+725:19
6Aktivist Laubusch ( 9 )221021048:45+322:22
7Aktivist Lauchhammer-West ( N )2294939:48-922:22
8Fortschritt Nord Forst ( 7 )221011146:47-121:23
9Einheit Hoyerswerda ( N )2285946:57-1121:23
10Motor Lauchhammer-Ost ( 6 )22721337:61-2416:28
11Fortschritt Guben ( 10 )22551237:53-1615:29
12Einheit Cottbus ( 8 )22501734:63-2910:34

( 2 ) - Platzierung nach der Saison 1953/54; ( LA ) - Ligaabsteiger; ( M ) - Meister; ( P ) - Pokalsieger; ( N ) - Neuling
Absteiger aus der DS-Liga: Chemie Weißwasser
Bezirksmeister: Lok Cottbus
Aufsteiger zur 2.DS-Liga : Lok Cottbus
Absteiger zur Bezirksklasse: Einheit Cottbus
Aufsteiger aus der Bezirksklasse: Fortschritt Cottbus, Lok Falkenberg, Einheit Spremberg, Empor Mitte Cottbus
Die Bezirksliga Cottbus spielt in der Übergangsrunde 1955 mit 15 Mannschaften
Umbenennung der BSG Fortschritt Forst in BSG Fortschritt Nord Forst
Aufstiegsrunde Staffel 1SpSUNToreDiffPkt.
1BSG Motor Stralsund860217:12512:4
2BSG Lokomotive Cottbus842221:15610:6
3BSG Aktivist Bleicherode831423:1767:9
4BSG Chemie Torgau822414:17-36:10
5BSG Traktor Gröningen821511:25-145:11
Kreuztabelle Relegation Aufstieg 2.DS-Liga Staffel 1
Motor StralsundLokomotive CottbusAktivist BleicherodeChemie TorgauTraktor Gröningen
Motor StralsundX4:12:13:23:1
Lokomotive Cottbus2:0X4:10:13:1
Aktivist Bleicherode1:33:3X4:19:2
Chemie Torgau1:24:40:3X5:1
Traktor Gröningen3:01:42:10:0X
Noch keine Daten verhanden.

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1. Das Meisterschaftsrennen: Ein taktischer Triumph

Die Saison lässt sich grob in drei Phasen unterteilen. Zu Beginn dominierte die Offensivkraft von Aktivist Welzow und Motor Finsterwalde-Süd. Beide Teams lieferten sich ein Fernduell um die Tabellenführung, während der spätere Meister aus Cottbus noch mit zu vielen Unentschieden kämpfte.

  • Die Hinrunde: Welzow und Finsterwalde-Süd wechselten sich an der Spitze ab. Welzow agierte dabei oft nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“, was zu spektakulären Ergebnissen (z. B. ein 7:3 gegen Lauchhammer-Ost) führte. Zur Halbzeit lagen Schwarzheide, Finsterwalde und Welzow punktgleich (17:5) vorn.

  • Die Wende: In der Rückrunde schlug die Stunde von Lokomotive Cottbus. Die Eisenbahner stabilisierten ihre Defensive und starteten eine beeindruckende Serie. Der psychologische Wendepunkt war der 15. Spieltag, als Lok den damaligen Spitzenreiter Welzow mit 5:0 demütigte.

  • Das Finale: Lokomotive Cottbus übernahm am 19. Spieltag erstmals die alleinige Führung. Während die Konkurrenten aus Senftenberg und Welzow in den entscheidenden Wochen Nerven zeigten und gegen vermeintliche Außenseiter patzten, blieb Cottbus cool. Ein 1:1 am letzten Spieltag gegen Finsterwalde reichte schließlich zur Meisterschaft.

2. Die statistischen Highlights

Die Liga war in dieser Saison eine echte „Torfabrik“. Mit einem Gesamtschnitt von 4,09 Toren pro Spiel wurde den Zuschauern kaum eine ruhige Minute gegönnt.

  • Der Defensiv-Meister: Lokomotive Cottbus stellte mit nur 20 Gegentoren in 22 Spielen das absolute Bollwerk der Liga. Dieser Wert war das Fundament für den Titelgewinn, da man offensiv (54 Tore) kaum stärker war als die Konkurrenz.

  • Die Torfabrik: Aktivist Welzow (53 Tore) und Motor Finsterwalde-Süd (50 Tore) boten das meiste Spektakel, scheiterten aber an ihrer defensiven Anfälligkeit (Welzow kassierte 49 Gegentreffer – mehr als doppelt so viele wie der Meister).

  • Der höchste Sieg: Lokomotive Cottbus deklassierte Aktivist Lauchhammer-West am 13. Spieltag mit 9:0.

3. Die Neulinge und der Abstiegskampf

Für die Aufsteiger verlief die Saison überraschend positiv:

  • Aktivist Lauchhammer-West und Einheit Hoyerswerda starteten zwar schwer, etablierten sich aber im Saisonverlauf im gesicherten Mittelfeld. Lauchhammer-West wurde am Ende 7., Hoyerswerda 9. – beide hielten die Klasse souverän.

  • Einheit Cottbus hingegen erlebte eine katastrophale Spielzeit. Lange Zeit trug das Team die „rote Laterne“ und fand nie zu einer stabilen Form. Mit 63 Gegentoren stellte Einheit die schlechteste Abwehr der Liga und beendete die Saison abgeschlagen auf dem letzten Platz.

  • Fortschritt Guben und Motor Lauchhammer-Ost retteten sich mühsam auf den Plätzen 10 und 11, profitierten dabei aber vor allem von der Schwäche der Cottbuser Einheit-Elf.

Saisonübersicht | Oberliga bis Kreisklasse im Bezirk Cottbus
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