DFB-Supercup 1991 – Endrunde, Sieger und Geschichte

Die erste gesamtdeutsche Austragung des Supercups

Der DFB-Supercup 1991 war die fünfte Ausgabe dieses Wettbewerbs unter der Verantwortung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Sieger wurde der Deutsche Meister der Saison 1990/91, der 1. FC Kaiserslautern. Am 6. August 1991 besiegten die Pfälzer im Niedersachsenstadion in Hannover den DFB-Pokalsieger SV Werder Bremen mit 3:1.

Aufgrund der Auflösung des Deutschen Fußball-Verbandes der DDR (DFV) im November 1990 und dem Beitritt des NOFV zum DFB wurde der Wettbewerb einmalig erweitert. Erstmals in der Geschichte des Supercups wurde eine Endrunde mit Halbfinals ausgetragen, um einen gesamtdeutschen Sieger zu ermitteln.

Im Halbfinale der Meister traf der NOFV-Meister Hansa Rostock auf den westdeutschen Meister 1. FC Kaiserslautern. Parallel dazu spielte der NOFV-Pokalfinalist Eisenhüttenstädter FC Stahl gegen den DFB-Pokalsieger Werder Bremen. Die Sieger beider Partien qualifizierten sich für das Finale in Hannover.

Austragung
1991
Sieger
1. FC Kaiserslautern
Modus
Halbfinals und Finale
Besonderheit
erste gesamtdeutsche Austragung

Die Endrunde im Überblick

Runde Datum Spielort Begegnung Ergebnis
Halbfinale der Meister 30.07.1991 Ostseestadion, Rostock Hansa Rostock – 1. FC Kaiserslautern 1:2 (0:2)
Halbfinale der Pokalsieger 31.07.1991 Bremer Brücke, Osnabrück Eisenhüttenstädter FC Stahl – Werder Bremen 0:1 (0:0)
Finale 06.08.1991 Niedersachsenstadion, Hannover 1. FC Kaiserslautern – Werder Bremen 3:1

Halbfinale der Meister

Hansa Rostock – 1. FC Kaiserslautern 1:2 (0:2)
30. Juli 1991 · Ostseestadion, Rostock · 8.000 Zuschauer

Hansa Rostock:
Jens Kunath · František Straka (79. Stefan Persigehl) · Heiko März · Gernot Alms · Stefan Böger · Juri Schlünz G-RK (84.) · Michael Spies · Sven Oldenburg (59. Jens Dowe) · Jens Wahl · Florian Weichert · Roman Sedláček
Trainer: Uwe Reinders

1. FC Kaiserslautern:
Gerry Ehrmann · Stefan Kuntz · Wolfgang Funkel · Reinhard Stumpf · Uwe Scherr · Roger Lutz · Marco Haber (75. Demir Hotić) · Thomas Dooley · Markus Kranz · Guido Hoffmann · Marcel Witeczek (64. Thomas Vogel)
Trainer: Karl-Heinz Feldkamp

Schiedsrichter: Manfred Amerell (München)
Tore: 0:1 Marcel Witeczek (25.) · 0:2 Thomas Dooley (44.) · 1:2 Florian Weichert (58.)

Halbfinale der Pokalsieger

Eisenhüttenstädter FC Stahl – Werder Bremen 0:1 (0:0)
31. Juli 1991 · Bremer Brücke, Osnabrück · 4.000 Zuschauer

Eisenhüttenstädter FC Stahl:
Andreas Hawa · Zoran Culafić · Manfred Hirsch · Olaf Bitzka · Marek Podsiadlo · Jörg Bartz · Olaf Schnürer · Admir Mujaković · Maik Schulz · Jens Wittke (65. Frank Bartz) · René Wenzel (89. Alexander König)
Trainer: Hans-Günter Neues

Werder Bremen:
Oliver Reck · Rune Bratseth · Thomas Wolter (40. Manfred Bockenfeld) · Uli Borowka (46. Klaus Allofs) · Mirko Votava · Frank Neubarth · Uwe Harttgen · Dieter Eilts · Thorsten Legat · Stefan Kohn · Wynton Rufer
Trainer: Otto Rehhagel

Schiedsrichter: Bernd Heynemann (Magdeburg)
Tor: 0:1 Wynton Rufer (89.)

Finale

1. FC Kaiserslautern – Werder Bremen 3:1
6. August 1991 · Niedersachsenstadion, Hannover

Im Finale setzte sich der 1. FC Kaiserslautern mit 3:1 gegen Werder Bremen durch und gewann damit den ersten gesamtdeutschen Supercup. Die Pfälzer nutzten ihre Chancen konsequent und entschieden die einmalige Endrunde für sich.

Video


Historische Einordnung

Der DFB-Supercup 1991 nimmt innerhalb der deutschen Fußballgeschichte eine Sonderstellung ein. Durch die Vereinigung der Fußballverbände aus Ost und West wurde der Wettbewerb einmalig erweitert, um einen gesamtdeutschen Sieger zwischen Meister und Pokalsieger beider Systeme auszuspielen.

Der ostdeutsche Bezug

Mit Hansa Rostock und Eisenhüttenstädter FC Stahl waren zwei Vereine aus dem ehemaligen DDR-Fußball vertreten. Dadurch bildet der Wettbewerb eine direkte Verbindung zwischen dem DDR-Fußball und dem gesamtdeutschen Spielbetrieb der frühen 1990er-Jahre.

Besonderheit des Modus

Anders als in den übrigen Jahren wurde der Supercup 1991 nicht in einem einzelnen Spiel entschieden, sondern in einer kleinen Endrunde mit zwei Halbfinals und einem Finale. Gerade diese einmalige Struktur macht die Austragung von 1991 besonders.

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