Bezirksliga Berlin 1971/72- 26.Spieltag
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26
| Bezirksliga Berlin 1971/72 | 26.Spieltag | |||
|---|---|---|---|---|
| 06.05.72 | SG Friedrichshagen | - | 1. FC Union Berlin II | 0:3 |
| 06.05.72 | Chemie Schmöckwitz | - | Motor Köpenick | 2:4 |
| 06.05.72 | BFC Dynamo III | - | GSG Köpenick | 1:1 |
| 06.05.72 | Rotation Berlin | - | BSG Luftfahrt | 2:0 |
| 06.05.72 | Berolina Stralau | - | Fortuna Biesdorf | 2:1 |
| 06.05.72 | Stahl Oranienburg | - | Motor Treptow | 3:1 |
| 06.05.72 | BSG Außenhandel | - | Berliner VB | 0:3 |
| Bezirksliga Berlin 1971/72 – 26.Spieltag | Sp | S | U | N | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | ⇑ | Motor Köpenick ( 7 ) | 26 | 17 | 4 | 5 | 50:20 | 38:14 | |
| 2 | Stahl Oranienburg ( 13 ) | 26 | 17 | 4 | 5 | 60:43 | 38:14 | ||
| 3 | 1. FC Union Berlin II ( 4 ) | 26 | 13 | 8 | 5 | 54:26 | 34:18 | ||
| 4 | Rotation Berlin ( 5 ) | 26 | 11 | 7 | 8 | 43:35 | 29:23 | ||
| 5 | GSG Köpenick ( N ) | 26 | 9 | 11 | 6 | 42:37 | 29:23 | ||
| 6 | Fortuna Biesdorf ( 12 ) | 26 | 7 | 10 | 9 | 30:30 | 24:28 | ||
| 7 | BSG Luftfahrt ( 3 ) | 26 | 8 | 8 | 10 | 35:37 | 24:28 | ||
| 8 | SG Friedrichshagen ( N ) | 26 | 9 | 6 | 11 | 31:35 | 24:28 | ||
| 9 | Berolina Stralau ( 6 ) | 26 | 8 | 8 | 10 | 25:32 | 24:28 | ||
| 10 | Berliner VB ( 9 ) | 26 | 8 | 6 | 12 | 44:47 | 22:30 | ||
| 11 | Berliner FC Dynamo III ( 11 ) | 26 | 5 | 11 | 10 | 30:46 | 21:31 | ||
| 12 | Motor Treptow ( 8 ) | 26 | 4 | 12 | 10 | 25:32 | 20:32 | ||
| 13 | ⇓ | Chemie Schmöckwitz ( 10 ) | 26 | 6 | 8 | 12 | 34:49 | 20:32 | |
| 14 | ⇓ | BSG Außenhandel ( 14 ) | 26 | 6 | 5 | 15 | 27:61 | 17:35 | |
In Klammern: Platzierung nach der Saison 1970/71; N - Neuling | |||||||||
| Statistik | 26. Spieltag | Gesamt nach 182 Spielen |
|---|---|---|
| Tore: | 23 Ø 3,29 pro Spiel | 530 Ø 2,91 pro Spiel |
| Heimsiege: | 3 | 77 |
| Unentschieden: | 1 | 54 |
| Auswärtssiege: | 3 | 51 |
Mit Hangen und Bangen
Motor Köpenick vor punktgleichem Stahl Oranienburg / Schmöckwitz zweiter Absteiger
Zum abschließenden Spieltag war die Spannung förmlich auf den Siedepunkt gestiegen. Vier von den sechs Paarungen des Sonnabends hatten entscheidenden Charakter für die Klärung der Titel-und Abstiegsfrage. Motor Köpenick, lange Zeit kaum gefährdeter Spitzenreiter, in den letzten Wochen jedoch durch die sich enorm steigernde Oranienburger Stahl-Elf (zehn Begegnungen hintereinander ohne Niederlage) in Bedrängnis gekommen, mußte noch manche nervenzehrende Phase überstehen, ehe die Auswärtshürde Chemie Schmöckwitz mit 4:2 genommen war. Dank besseren Torstandes verwies die Mannschaft den hartnäckigen Kontrahenten auf den zweiten Platz. Den Köpenickern, die zugleich zur Liga aufsteigen, gilt der herzliche Glückwunsch der Berliner Fußballfreunde. Die Schmöckwitzer aber müssen zusammen mit der schon vorher abgefallenen BSG Außenhandel den bitteren Weg in die Bezirksklasse antreten, obwohl sie in der zweiten Halbserie 15:9 Punkte (nur drei weniger als Köpenick) herausholten. Motor Treptow – in der Rückrunde gelang nicht ein voller Erfolg – kam gerade noch mit einem blauen Auge davon. Bei Punktgleichheit mit Schmöckwitz entschied das Torkonto zugunsten von Motor (minus 7 gegenüber minus 15). Der BFC III bannte durch das 1:1 gegen die GSG Köpenick ebenso die letzte Gefahr wie sich Berliner VB aller Sorgen durch das 3:0 bei der BSG Außenhandel entledigte.
Chemie Schmöckwitz – Motor Köpenick 2:4 (1:1)
Chemie Schmöckwitz: Grünheidt, Petzold (ab 67. Beutler), Wenschlag, Hildebrandt, Godon, Geier, Veidt, Büttner, Hartwich (ab 60. Stolz), List, Langer. Trainer: Schulze.
Motor Köpenick: Halupczok, Krause, Pollaene, Labs, Buchholz, Boehmfeldt, Schmidt, Kalbe, Pachäl, Unglaube, Metke. Trainer: Bolz
Torfolge: 1:0 Büttner (12., Foulstrafstoß), 1:1 Boehmfeldt (42.), 1:2 Pachäl (47.), 2:2 Hartwich (52.), 2:3 Unglaube (60., Foulstrafstoß), 2:4 Boehmfeldt (65.).
Stahl Oranienburg – Motor Treptow 3:1 (2:0)
Stahl Oranienburg: Lipprandt, Zimmer, Ahrendt, Dieck, R. Müller, Strehmel, Trölenberg, Rasch, Sommerfeld, M. Müller, K.-P. Müller, M. Mlynikowski (ab 70. K. Mlynikowski). Trainer: Strehmel
Motor Treptow: Roloff, Krause, Beyer, Abraham, Müller, Vingerhoets, Kutz, Zuchhold, Korn, Kurrasch, Kant, Trainer: Völz
Torfolge: 1:0 Trölenberg (15.), 2:0 Rasch (20.), 2:1 Zuchhold (65.), 3:1 Trölenberg (75.).
BFC Dynamo III – GSG Köpenick 1:1 (1:1)
BFC Dynamo III: Wargos, Reichwald, Milack, Jonelat, Grail, Bernhardt, Zöller, Mielke, Vüllings, Wolf, Prescher (ab 50. Strunk). Trainer: Perschmann
GSG Köpenick: nicht gemeldet
Torfolge: 1:0 Prescher (6.), 1:1 Klaue (45.).
BSG Außenhandel – Berliner VB 0:3 (0:1)
BSG Außenhandel: nicht gemeldet
Berliner VB: Giel, Resech, Renk, Friedrich, Karohl, Steinke, Kubatz, Ecken, Böck, Hamann, Volkmann.
Trainer: Rentzsch
Torfolge: 0:1 Hamann (32.), 0:2 Böck (72.), 0:3 Steinke (84.).
SG Friedrichshagen – 1. FC Union Berlin II 0:3 (0:1)
SG Friedrichshagen: nicht gemeldet
1. FC Union Berlin II: nicht gemeldet
Torfolge: 0:1 Soland (21.), 0:2, 0:3 Gärtner (65., 73).
Berolina Stralau – Fortuna Biesdorf 2:1 (0:1)
Berolina Stralau: nicht gemeldet
Fortuna Biesdorf: nicht gemeldet
Torfolge: 0:1 Werk (23.), 1:1, 2:1 Tetzlaff (35., 64.).
bereits am vergangenen Mittwoch:
Rotation Berlin – BSG Luftfahrt 2:0 (2:0)
Rotation Berlin: nicht gemeldet
BSG Luftfahrt: nicht gemeldet
Torfolge: 1:0 Zieschang (12.), 2:0 Sydow (33.).
Torkonten spielten eine große Rolle
BERLIN: Motor Köpenicks hartnäckigster Rivale war überraschend Stahl Oranienburg / Chemie Schmöckwitz hoffte bis zuletzt
Motor Köpenick wurde nach sieben Jahren wieder Berliner Meister. Nach der Saison 1964/65 stieg die Gemeinschaft zur Liga auf, die sie 1967/68 dann verlassen mußte. 1968/69 belegte die Mannschaft in der Bezirksliga den vierten, 1969/70 den dritten, 1970/71 den siebenten Platz, ehe nun unter Übungsleiter Erich Bolz erneut der große Wurf gelang. „Favorit Nr. 1: Motor Köpenick“ schrieben wir seinerzeit in einer Nachbetrachtung zur ersten Halbserie, und das war eigentlich keine voreilige Prognose, denn die Elf führte mit zwei Punkten vor Rotation Berlin und dem 1. FC Union II sowie drei Zählern vor Stahl Oranienburg. In den Reihen des Spitzenreiters standen mit Halupczok, Pachäl, Kalbe, Pollaene, Unglaube und dem Ex-Leipziger Schmidt erfahrene und spielstarke Aktive, die für ein solides Fundament sorgten.
Im zweiten Durchgang schwang sich Oranienburg jedoch zu einer noch bemerkenswerteren Leistung als zuvor auf. Die Steigerung Stahls, 1970/71 lange in Abstiegsgefahr, ist um so beachtlicher, da die Mannschaft, abgesehen vom Spieler- Übungsleiter Strehmel (früher Hennigsdorf und Babelsberg) keine bekannten Neuzugänge zu verzeichnen hatte. Eine offensivfreudige Konzeption war die Grundeinstellung der Oranienburger, die dann auch die meisten Treffer registrieren konnten und mit Trölenberg einen sicheren Schützen besaßen, der es ebenso wie Gärtner (Union II) auf 22 Tore brachte, gefolgt von Büttner (Schmöckwitz) mit 17, Tyslerowicz (Rotation) mit 13, Schmidt (Motor Köpenick), Stotz (Rotation) mit je 12, Schwabbauer (Außenhandel), Bauer (GSG) und Volkmann (BVB) mit je 10.
Als Motor Köpenick am 16. April beim 1. FC Union II 0:0 spielte, Oranienburg aber bei Außenhandel zu einem 2:1 kam, hatte Stahl nach Punkten gleichgezogen. In den restlichen beiden Begegnungen gab sich der Tabellenführer dann aber ebenso wie der zum Titelanwärter avancierte Außenseiter keine Blöße mehr, so daß der Torstand zugunsten Motors entschied. Mit 21: 5 Punkten war Oranienburg vor Motor Köpenick (18:8), GSG (17:9), Union II (16:10) und Schmöckwitz (15:11) das erfolgreichste Kollektiv der zweiten Halbserie.
Chemie Schmöckwitz! Damit sind wir bei den Absteigern. Genau wie der Meisterschaftskampf und Ligaaufstieg wurde auch das Geschehen am Tabellenende vom Torkonto beeinflußt. Während die BSG Außenhandel zum Schluß durch sechs aufeinanderfolgende Niederlagen alle Chancen auf den Bezirksligaverbleib einbüßte, durften die Schmöckwitzer bis zum letzten Spiel hoffen. Diese Begegnung wurde gegen Motor Köpenick 2:4 verloren, und da der BFC III gegen die GSG Köpenick ein 1:1 erreichte, waren die Würfel gegen Chemie (seit 1965/66 in der Bezirksliga, Außenhandel seit 1968/ 1969) gefallen. Für diese beiden Vertretungen steigen aus der Bezirksklasse Concordia Wilhelmsruh (schon 1966/67 in der Bezirksliga) und Chemie Velten (1967/68 und 1968/69) auf.
Die Statistik sagt aus, daß in den 182 Spielen 530 Tore (292 auf eigenem, 238 auf fremdem Boden) ge- schossen wurden. Das entspricht einem Durchschnitt von 2,9. Die Vergleichszahlen: 1970/71 2,8; 1969/70 3,8; 1968/69 2,8; 1967/68 3,4; 1966/67 3,2; 1965/66 3,2. Es gab 77 Heim- und 51 Auswärtssiege sowie 54 Unentschieden. Als Endresultat erschien das 1:0 (29) am häufigsten vor dem 1:1 (26), dem 2:1 (23) und dem 0:0 (18). Am torreichsten ging es in der Partie Oranienburg gegen Schmöckwitz (7:4) zu, klarster Sieger war Union II (7:1 gegen Rotation, 8:1 gegen Außenhandel). Die längsten Erfolgsserien: Oranienburg (17. bis 26. Spieltag) 18:2 Pkt.; Motor Köpenick (1. bis 8.) 14:2 Pkt.; Biesdorf (9. bis 16.) 11:5 Pkt.; GSG Köpenick (16. bis 23.), 13:3 Pkt.; Friedrichshagen (5. bis 11.) 11: 3 Pkt. Ohne Doppelpunktgewinn: Schmöckwitz (1. bis 14.) 5:23 Pkt.; Treptow (13. bis 26.) 8:20 Pkt., Rotation (12. bis 22.) 5:17 Pkt.
H. G. BURGHAUSE
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