Wanderpreis des Staatlichen Komitees für Körperkultur und Sport der Bezirksjuniorenauswahlmannschaften
Übersicht der Ausgaben des Wanderpokals
1957/58 | 1958/59 | 1959/60 | 1960 | 1962 | 1963 | 1964 | 1965 | 1966 |
| Saison/Ausgabe | Sieger | Finalgegner | Ergebnis | Besonderheiten |
| 1957/58 | Cottbus | Magdeburg | 3:2 | Finale in Wittenberg |
| 1958/59 | Karl-Marx-Stadt | Rostock | 3:2 | Finale am 01.05.1959 |
| 1959/60 | Magdeburg | Halle | 4:3 n.V. | Halle rückte für Gera nach (Disqualifikation) |
| 1960 | Karl-Marx-Stadt | Halle | 1:0 | Wiederholungsspiel (1. Finale 1:1 n.V.) |
| 1962 | Karl-Marx-Stadt | Leipzig | 2:1 | Finale in Dresden |
| 1963 | Karl-Marx-Stadt | Magdeburg | 3:0 | Wiederholungsspiel (1. Finale 0:0 n.V.) |
| 1964 | Dresden | Cottbus | 1:0 | Wiederholungsspiel (1. Finale 0:0) |
| 1965 | Erfurt | Dresden | (Endrunde) | Erfurt Sieger der Final-Gruppenphase |
| 1966 | Dresden | Suhl | 2:1 | Vorspiel zum Oberligaspiel in Karl-Marx-Stadt |
| Platz | Bezirk | Siege | Jahre |
| 1. | Karl-Marx-Stadt | 4 | 1958/59, 1960, 1962, 1963 |
| 2. | Dresden | 2 | 1964, 1966 |
| 3. | Cottbus | 1 | 1957/58 |
| 4. | Magdeburg | 1 | 1959/60 |
| 5. | Erfurt | 1 | 1965 |
1. Die Ära Karl-Marx-Stadt (1958–1963)
Mit vier Titeln in sechs Jahren war Karl-Marx-Stadt das Maß aller Dinge.
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Struktur: Der Erfolg basierte auf der exzellenten Nachwuchsarbeit der Vereine SC Motor Karl-Marx-Stadt und Motor Zwickau.
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Schlüsselfiguren: Namen wie Jürgen Croy (1963 noch als Jugendspieler von Motor Zwickau) oder Peter Irmscher tauchen hier auf. Diese Spieler bildeten später das Rückgrat für die erfolgreichen Oberliga-Jahre der Region.
2. Der sächsische Zweikampf (Dresden vs. Karl-Marx-Stadt)
Ab Mitte der 60er Jahre übernahm der Bezirk Dresden (gestützt auf Dynamo Dresden und die TSG Gröditz/Riesa) die Vorherrschaft.
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Besonders das Finale 1966 zeigt die Dichte: Spieler wie Ganzera und Wätzlich wurden später zu Nationalspielern und Olympia-Medaillengewinnern.
3. Das „Gera-Urteil“ und die Disziplin
Die Saison 1959/60 ist historisch besonders interessant. Gera stellte sportlich das beste Team, wurde aber wegen eines Formfehlers (fehlende Mitgliedsbücher) und Falschaussagen der Spieler Fugmann und Thoß disqualifiziert. Dies unterstreicht die enorme bürokratische Strenge im damaligen DDR-Sport-System – Regeln wogen schwerer als sportliche Tore.
4. Zuschauermagnet Juniorenfußball
Die Popularität war für heutige Verhältnisse (für Jugendspiele) gigantisch:
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1960: 25.000 Zuschauer in Erfurt beim ersten Finale gegen Halle.
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1966: 20.000 Zuschauer in Karl-Marx-Stadt. Dies lag oft daran, dass die Juniorenfinals als Vorspiele vor Oberliga-Begegnungen angesetzt wurden, um den Talenten eine große Bühne zu bieten.
5. Geografische Verteilung
Auffällig ist das Nord-Süd-Gefälle. Die nördlichen Bezirke (Rostock, Schwerin, Neubrandenburg) konnten trotz guter Vorrunden (vor allem Rostock) in der Endphase der Turniere selten gegen die physisch und technisch stärkeren Auswahlteams aus dem Süden (Sachsen/Thüringen) bestehen. Rostock erreichte zwar 1958/59 das Finale, unterlag dort aber Karl-Marx-Stadt knapp mit 2:3.
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