DFV-Supercup 1989 – Endspiel, Sieger und Geschichte
Die einmalige Austragung des Supercups im DDR-Fußball
Der DFV-Supercup wurde 1989 einmalig vom Deutschen Fußball-Verband der DDR ausgetragen. In diesem Wettbewerb trafen der DDR-Meister und der FDGB-Pokalsieger unmittelbar vor Beginn der neuen Saison aufeinander.
In der einzigen Austragung standen sich Dynamo Dresden als DDR-Meister und der Berliner FC Dynamo als FDGB-Pokalsieger gegenüber. Das Spiel fand am 5. August 1989 im Stadion der Freundschaft in Cottbus statt und endete mit einem 4:1-Erfolg des BFC Dynamo.
1989
Berliner FC Dynamo
4:1
22.347
Das Endspiel im Überblick
| Datum | Spielort | Begegnung | Ergebnis | Zuschauer |
|---|---|---|---|---|
| 05.08.1989 | Stadion der Freundschaft, Cottbus | Dynamo Dresden – Berliner FC Dynamo | 1:4 (0:1) | 22.347 |
Tore
0:1 Bernd Schulz (29.) · 0:2 Thomas Doll (60.) · 0:3 Thomas Doll (74.) · 0:4 Rainer Ernst (84.) · 1:4 Matthias Sammer (88.)
Spielbericht
Der DFV-Supercup 1989 wurde vor 22.347 Zuschauern im Stadion der Freundschaft in Cottbus ausgetragen. Dynamo Dresden ging als amtierender DDR-Meister in die Partie, während der Berliner FC Dynamo als FDGB-Pokalsieger antrat.
Die Berliner bestimmten früh das Spielgeschehen und gingen in der 29. Minute durch Bernd Schulz in Führung. Dynamo Dresden fand nur selten zu einer klaren offensiven Struktur und konnte sich gegen die kompakte und zugleich mutige Spielweise des BFC nur phasenweise behaupten.
Nach der Pause baute der Berliner FC Dynamo seinen Vorsprung konsequent aus. Thomas Doll traf in der 60. und 74. Minute doppelt und sorgte damit für die Vorentscheidung. Rainer Ernst erhöhte in der 84. Minute auf 4:0, ehe Matthias Sammer in der 88. Minute noch der Dresdner Ehrentreffer gelang.
Unter dem Strich setzte sich der BFC Dynamo deutlich und verdient durch. Der einzige DFV-Supercup-Titel blieb damit in Berlin.
Spielanalyse (Quelle: FUWO 32/1989)
Das Spiel mit zwei Spitzen ohne Mittelstürmer, egal ob klassisch oder in modernerer Auslegung, verlangte ein ideenreiches Zusammenspiel aller Mannschaftsteile. Die Unterstützung aus dem Mittelfeld und aus den hinteren Reihen wurde damit zum entscheidenden taktischen Faktor.
BFC-Trainer Helmut Jäschke sah seine taktische Grundkonzeption diszipliniert umgesetzt. Vor allem das Berliner Abwehrzentrum mit Libero Reich sowie Bernd Schulz und Herzog überzeugte dabei nicht nur defensiv, sondern auch durch konsequente Offensivunterstützung. Das BFC-Abwehrzentrum schloss die Räume eng und rückte danach immer wieder blitzschnell nach.
Schulz, Herzog und Reich beteiligten sich aktiv am Angriffsspiel und trugen wesentlich dazu bei, dass der Berliner FC Dynamo im Kopfballspiel und in den nachrückenden Kombinationen Vorteile besaß. Bernd Schulz erzielte im Nachsetzen die Führung, während Herzog und Reich weitere gefährliche Szenen einleiteten.
Der Pokalsieger gewann nach dieser Lesart hochverdient, weil die Offensivspieler Thomas Doll und Andreas Thom aus der engeren Abwehr heraus größtmöglich unterstützt wurden. Gerade dieses geschlossene Zusammenspiel aller Mannschaftsteile unterschied den BFC von seinem Gegner.
Dynamo Dresden bot diese Unterstützung für seine Spitzen dagegen nur unzureichend. Die Dresdner Angreifer wurden zu selten wirksam eingebunden, und auch aus der Defensive kamen nur wenige wirklich gefährliche Impulse. Einzelaktionen blieben die Ausnahme.
So präsentierte sich der Berliner FC Dynamo über die gesamte Partie hinweg als die taktisch klarere, geschlossenere und effektivere Mannschaft. Der Supercup war damit vor allem ein gelungenes emotionales Aufwärmen vor dem folgenden Punktspielbetrieb – allerdings nur für den Pokalsieger.
Zusammenfassung nach Günter Simon, FUWO 32/1989
Einordnung des Wettbewerbs
Der DFV-Supercup war als Duell zwischen Meister und Pokalsieger angelegt und diente als Eröffnungsspiel der Saison 1989/90. Anders als in anderen Ländern blieb es in der DDR jedoch bei dieser einzigen Austragung.
Historische Bedeutung
Mit dem Erfolg des Berliner FC Dynamo blieb der Wettbewerb ein einmaliges Ereignis der DDR-Fußballgeschichte. Der DFV-Supercup konnte sich aufgrund der politischen und sportlichen Entwicklungen nicht dauerhaft etablieren.
Besonderheit des DFV-Supercups
Da der Wettbewerb nur ein einziges Mal ausgetragen wurde, besitzt das Spiel von Cottbus einen besonderen Stellenwert. Es verbindet Meisterschaft, Pokalsieg und Saisonauftakt in einer einmaligen Konstellation innerhalb des DDR-Fußballs.
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