Bezirkspokal Erfurt 1972/1973
Bezirkspokalfinale
Glückauf Sondershausen – Aktivist Sollstedt 4:2 (2:0)
BSG Glückauf Sondershausen: Blaszczok, Göttlich, Mecklenburg, Schmidt, Maresch, Steikert, Bierwirth
(60. Schönfeld), Riedl (67. Druselmann), Marhold, Göthling, Naue. Trainer: Werner Gille
BSG Aktivist Sollstedt: Stadermann (57. Wehling), Knauft, Enge, Dech, Eisenhut, Christ, Weißenborn, Spangenberg, Schenk, Gumpert, Fischer (60. Neumann). Trainer: Rudolf Facius
Schiedsrichter: Klee (Eisenach)
Zuschauer: 500 im Klaus-Törpe-Sportpark in Gotha
Tore: 1:0 Christ (5. / Eigentor), 2:0, 3:0 Naue (18., 51.), 4:0 Steikert (52.), 4:1 Gumpert (54.), 4:2 Schenk (62.).
Die beiden Mannschaften aus dem Kalibergbaugebiet unseres Bezirkes lieferten sich in Gotha ein Endspiel, das echten Pokalcharakter trug. Der spätere Sieger spielte in der ersten Hälfte seine besseren technischen Fertigkeiten aus, sah sich nach dem Wechsel jedoch stark in die Defensive gedrängt. So kam nun Glückauf über einige Konter, die dennoch zu zwei weiteren Toren führten nicht hinaus. In dieser Zeit sah Sollstedt nicht wie ein Absteiger aus. In der Schlußphase mußte der Glückauf-Torhüter sein ganzes Können aufbieten, um weitere Gegentore zu verhindern.
Die Kreisseite Sondershausen schreibt:
FDGB-Bezirkspokal erstmals in Sondershausen
Glückauf besiegte im Endspiel die Kumpel von Aktivist Sollstedt mit 4:2 Steikert und Naue (je 2) schossen die Tore für den neuen Pokalgewinner. Zuerst gilt unseren Glückauf-Spielern mit Mannschaftskapitän Günter Meklenburg und ihrem Übungsleiter Werner Gille ein herzlicher Glückwunsch. Erstmals in der Geschichte der FDGB-Pokalspiele gelang es einer Sondershäuser Fußball-Elf, diese Bezirkstrophäe in unsere Kreisstadt zu holen. Das bedeutet Verbleib in der Pokalrunde im DDR-Maßstab. Das von Schiedsrichter Klee aus Eisenach geleitete Spiel auf dem Klaus-Törpe-Sportplatz in Gotha verlief jederzeit spannend, so daß die etwa 200 Sondershäuser Schlachtenbummler voll auf ihre Kosten kamen. Sollstedt spielte insgesamt optisch überlegen, aber unsere Elf verstand es taktisch klug, die weit aufgerückte lose Sollstedter Deckung Immer wieder durch schnelle Konterangriffe durcheinanderzuwirbeln. Bereits in der 6. Minute sprintete Steikert durch die Abwehr, und nur mit letztem Einsatz trennten ihn zwei Mann vom Ball. Doch zum Entsetzen der Sollstedter Anhänger lenkte Norbert Christ das Leder ins eigene leere Tor. Vier Minuten später vergab Bierwirth das 2:0, als er von Naue gut angespielt aus Nahdistanz den Ball über das Tor schoß. Das 2:0 vor der Pause besorgte dann Naue selbst mit einem platzierten Schuß nach einem Freistoß.
Die Spielentscheidung bahnte sich in der 51. Minute an. Wieder drückten die Sollstedter Kumpel, und für den schon geschlagenen Blaszczok verhinderte Meklenburg das 2:1 auf der Linie. Keine 60 s später da gegen gelang Naue im Gegenzug das 3:0, und als in der 53. Minute Göthling kurz vor der 16-m-Linie gelegt
wurde, prallte der fällige Freistoß. von Steikert geschossen, von der Sollstedter Mauer unhaltbar für Stadermann zum 4:0 ins Gehäuse. Wer nun glaubte, das Spiel sei endgültig entschieden, machte die Rechnung ohne Aktivist. Knauft wechselte in den Sturm, das brachte Auftrieb. In der 54. Minute gelang Gumpert das 4:1 und in der 62. Minute Schenk mit herrlichem Schuß das, 4:2. Sollstedt war nun spielbestimmend, und nur mit einer tollen Parade lenkte Blaszczok in der 64. Minute abermals einen Schenk-Schuß über die Latte. Eine Viertelstunde vor Spielabpfiff streifte Glückauf die zeitweilige Nervosität ab und zog wieder gefährliche Angriffe auf. Insgesamt ein verdienter Sieg der Sondershäuser Glückauf-Mannschaft, Ein Wermutstropfen im Becher der Freude dürfte allerdings die Auswahl des Platzes in Gotha gewesen sein, womit nichts gegen die rührigen Gastgeber gesagt sei. Aber ein Finalspiel im Bezirksmaßstab hätte sich auf alle Fälle einen würdigeren Platz, sprich ein gutes Stadion, verdient. Wenn man solche Spiele durch den BFA Fußball auf Nebenplätzen versteckt, wie das am Sonnabend geschah, braucht man sich nicht über die sinkende Autorität der Pokalspiele zu wundern.
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